Familienorientiertes Wohnen

In der Wohngemeinschaft Erich-Zeigner-Allee können insgesamt 8 Kinder und Jugendliche ab dem Schuleintritt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres aufgenommen werden. Sie kommen zum Großteil aus krisenhaften Familien, die ihrem Erziehungsauftrag vorübergehend oder auf Dauer nicht gerecht werden können. Die hohe psycho-soziale Belastung von Kindern aus einem solchen Lebensumfeld hat meist Entwicklungsstörungen und -verzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder zur Folge.

Besonderheit dieser betreuten Wohnform ist die alters- und geschlechtsgemischte, familienorientierte Kleingruppe. Der durch wiederkehrende Rhythmen, Aufgaben und Standardsituationen gekennzeichnete Alltag in dieser familienähnlichen Wohngruppe schafft die grundlegenden Voraussetzungen, dass sich die Kinder und Jugendlichen bei uns wohl und zuhause fühlen. Jeder Bewohner wird aktiv in den gesamten Alltagsprozess mit einbezogen, übernimmt Aufgaben des Zusammenlebens und hat sogleich Freiräume, in denen er selbstständig und selbstbestimmt agieren kann.

Feste Beziehungen zu den einzelnen Betreuern geben den Kindern und Jugendlichen Halt und Geborgenheit. Sie erhalten so die Möglichkeit, außerhalb des familiären Umfeldes auf verlässliche und entwicklungsfördernde Rahmenbedingungen zurückzugreifen und ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten.

Die Beziehung zur Herkunftsfamilie ist in der Regel sehr belastet und ambivalent. Dennoch bleibt sie emotional ein wesentlicher Bezugspunkt für die Kinder und Jugendlichen. Deshalb ist es für uns wichtig die Eltern – sofern möglich – aktiv in den Hilfeprozess einzubinden.

Die Dauer des Aufenthaltes in der Wohngemeinschaft wird individuell geregelt und richtet sich nach dem konkreten Hilfebedarf. Eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie, ein Wechsel der Betreuungsform oder eine Verselbstständigung sind mögliche Zielsetzungen.

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