| KiTa Thünenstraße „Eine Reise durch die Kirche“
Jeden Montag, wenn wir zum Sport gehen, sehen wir sie: die Kirche. Das Gebäude hat bei den Kindern schon mehrmals das Interesse geweckt: „So ein schönes großes Haus!“ - „Und da oben im Turm läuten die Glocken!“. Bei diesen Gesprächen werden bei mir Erinnerungen an die eigene Kindheit wach: wie gern bin ich auf den Glockenturm gestiegen und wie spannend fand ich die große Orgel. Spontan frage ich die Kinder, ob sie Lust auf eine Besichtigung hätten und stoße auf begeisterte Zustimmung. Gesagt – getan – der Termin ist da: Frau Dolezalek, die Kantorin der Kirchgemeinde Eutritzsch, freut sich darauf, uns durch die Kirche zu führen: die große, schwere Tür öffnen sich und wir stürmen hinein. Im unteren Teil zieht uns am meisten der Taufstein in seinem Bann. Natürlich erfahren wir ganz genau, wofür dieses Becken benutzt wird. Danach wird die Empore erobert. Und hier steht sie: die große Orgel, Königin aller Instrumente. Da bleibt so mancher kleiner Mund vor Erstaunen offen stehen. Eine Klappe wird aufgeschoben und zum Vorschein kommt ein doppelreihiges Klavier. Doch das ist nicht das Einzige, was eine Orgel zum Spielen braucht: sie besteht noch aus ganz vielen Orgelpfeifen, fast wie Flöten, und wir bekommen erklärt, dass das ungefähr so ist, als wenn man ein Klavier mit einer Blockflöte verheiratet und beide machen gemeinsam Musik. Noch ein Schalter wird bedient. Plötzlich ist da ein Geräusch. „Oh, wie der Wind!“ meint Heidi. Genau, in der Orgel ist auch eine Art Blasebalg, der die Luft in die Pfeifen bläst. Diese wird beim Drücken der Tasten heraus gepresst und dabei entsteht der Ton. Nun macht die Orgel Musik. Frau Dolezalek spielt für uns auch ein Lied und wir singen dazu. Klingt das schön! In der Kirche hallt es auch besonders toll. Danach machen wir noch zwei weitere Entdeckungen: zuerst bemerken wir, dass Frau Dolezalek plötzlich spielt, ohne irgendetwas mit den Händen zu machen. Sie orgelt mit ihren Füßen auf den Pedalen. Als sie schließlich die Hände dazu nimmt, wird es richtig laut. Die Orgel wird also mit Händen und Füßen gespielt. Die zweite Entdeckung sind die vielen Hebel. Register nennt man sie und wenn sie heraus gezogen werden, verändert sich der Klang der Orgel. Fast wie Zauberei! Zieht man den Register für Trompete, klingt auch die Orgel wie eine Trompete. Das fasziniert uns sehr und wir dürfen die Register nach Herzenslust durchprobieren. Schließlich werden die Türen der Orgel ganz geöffnet und wir sehen das Innerste des Instruments: die unzähligen Pfeifen sind direkt vor unseren Augen.
Zum Abschluß unserer Kirchenreise steigen wir den Glockenturm hinauf. Ganz vorsichtig müssen wir sein, denn die Treppe führt sehr steil nach oben. Nie hätten wir gedacht, dass Kirchenglocken so groß sind! Mit ihrem Schlüssel bringt sie Frau Dolezalek leise für uns zum Klingen. Richtig läuten lassen können wir sie noch nicht, das wäre viel zu laut für unsere Ohren. Erst nachdem wir alle wieder versammelt unten vor der Kirche stehen, läuten nur für uns vom Turm die Glocken.
Wir danken der Kantorin Iva Dolezalek für diese kindgerechte, liebevolle und einfühlsame Führung durch die Kirche. Es war ein beeindruckendes und voller Freude steckendes Erlebnis für uns.
Das Erzieherteam der KiTa Thünenstraße
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